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Das optische Tectum des Zebra Finken ist die erste Station der visuellen tectofugalen Projektion. Da die Sehnerven im Chiasma Opticum komplett kreuzen, erhält das Tectum einen topographisch geordneten Eingang vom contralateralen Auge (Hamdi und Whitteridge 1953, Schmidt et al., 1999). Die Axone der Retinaganglienzellen bilden sowohl bei Tauben (Hayes und Webster 1975; Reperant 1977; Tömböl 1998) als auch bei Zebra Finken (Bredenkötter et al. 1996; Schmidt und Bischof, unveröffentlicht) ein regelmäßiges Muster aus terminalen Verzweigungen in den tectalen Schichten 2,3,4,5b und 7. Das Tectum selbst besteht aus 15 unterscheidbaren Schichten (Cajal 1891; Rodman und Karten 1997). Innerhalb dieser Schichten bilden verschiedene Zelltypen ein komplexes intratectales Netzwerk aus, das vor allem durch diverse horizontale und vertikale dendritische Prozesse gekennzeichnet ist (Holden 1980, Schmidt und Bischof, unveröffentlicht). Die tectale Projektion zum thalamischen Nucleus Rotundus (RT) wird fast ausschließlich von Neuronen aus dem Stratum Griseum Centrale (SGC; Schicht 13) gebildet. Aus dem Rotundus wird die visuelle Information weiter an das Ectostriatum im Telencephalon geleitet. Aus diesem Areal verläuft eine Projektion über das Neostriatum intermedium laterale (NIL) und das Archistriatum intermedium (AI) zurück zum Tectum Opticum. Dieser tecto-tectale Loop könnte eine wichtige Rolle bei der Modulation von visueller Aufmerksamkeit spielen (Bischof und Watanabe 1997). Über die Antworteigenschaften von Neuronen aus tieferen tectalen Schichten und speziell dem SGC existieren keine detaillierten Beschreibungen. Einige Autoren berichten, daß SGC Neurone sehr große rezeptive Felder (Revzin 1970; Hughes und Pearlman 1974; Frost und DiFranco 1976; Holden 1980) und komplexe Antworteigenschaften haben (Bilge 1971; Schmidt et al. 1999). In anatomischen Untersuchungen am Tectum Opticum von Hühnern (Luksch et al., 1998) konnten 3 verschiedene Typen von SGC Neuronen mit weitverzweigten dendritischen Endigungen in retinorezipienten (Typ 1 und Typ 3) und nicht-retinorezipienten Schichten (Typ 2) unterschieden werden. Bei Tauben differenzierten Karten et al. (1997) 2 Typen von SGC Neuronen, während Hellmann und Güntürkün (im Druck) 5 unterscheidbare Typen von SGC Neuronen beschreiben. Basierend auf dem tecto-rotundalen Projektionsmuster, haben Deng und Rogers (1998) das SGC in 6 Sublaminae, entsprechend der Verteilung der Projektionsziele der SGC Neurone im Nucleus Rotundus und Nucleus Triangularis, unterteilt. Histologische und elektrophysiologische Studien konnten zeigen, daß der Nucleus Rotundus nach funktionellen Gesichtspunkten in verschiede Untereinheiten differenziert werden kann (Wang und Frost 1993; Karten et al. 1997; Hellmann und Güntürkün 1999). Diese Organisation in parallele Kanäle, die jeweils verschiedene Aspekte visueller Information verarbeiten, könnte sich bis zum telencephalen Ectostriatum fortsetzen (Shimizu und Bowers 1999). Läsionsexperimente in Kombination mit psychophysischen Versuchen (Zusammenfassung in Bischof und Watanabe 1997) haben gezeigt, daß das tectofugale System bei Vögeln mit lateral stehenden Augen sowohl mit der Lokalisation von Objekten als auch mit deren Identifikation befaßt ist. In meiner Promotion untersuche ich die Organisation der rezeptiven Felder der SGC Neurone, deren Antworteigenschaften auf verschiedene visuelle Stimuli und die morphologischen Merkmale dieser Zellen. Das Ziel meiner Arbeit ist es, die komplexe Organisation der parallelen tecto-rotundalen Projektion besser zu verstehen. |