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Gedächtnis
kann in unterschiedliche Gedächtnissysteme unterteilt werden, wobei
sowohl eine Einteilung nach zeitlichen Aspekten (Arbeitsgedächtnis,
Kurzzeitgedächtnis, Langzeitgedächtnis) als auch nach inhaltlichen Aspekten
vorgenommen werden kann. Letztere meint beispielsweise eine Einteilung
nach semantischen und episodischen Aspekten von Gedächtnisinhalten,
wobei bezüglich der Charakterisitka der inhaltlichen Gedächtnissysteme
unterschiedliche Ansichten in der Literatur zu finden sind (Squire &
Zola, 1996; Tulving, 1999; Tulving & Markowitsch, 1998). GRAFIK Es lassen sich ferner neuronale Netze der Informationsverarbeitung bestimmen und Parallelen zwischen Gedächtnisstörungen bei hirngeschädigten Patienten und bei Patienten nach psychischen Traumata herstellen (Markowitsch, 1999a, b, 2000, 2001). In unserem Projekt konzentrieren wir uns auf die gezielte Untersuchung retrograder Gedächtnisdefizite sowohl im episodischen als auch im semantischen Bereich bei Patienten mit hirnorganischer Schädigung sowie bei Patienten mit psychischen Traumata. Bei Patienten mit hirnorganischer Schädigung können neben der strukturellen Läsion auch weitere, funktionelle Beeinträchtigungen z.B. in Form gestörter Stoffwechselprozesse gefunden werden. Es kann davon ausgegangen werden, daß auch psychogene Amnesien sich in Form geänderter Stoffwechselprozesse niederschlagen (Markowitsch, 1996, 1998, 1999b, 2000), die unter Umständen zu fehlerhaften Einspeicherungs- oder Abrufmechanismen in den entsprechenden Hirnregionen führen können. Hieraus ergibt sich die grundlegende Frage nach der Lokalisation gedächtnisrelevanter Strukturen. Das limbische System wird als zentral für die Einspeicherung angesehen und der Neocortex als relevant für die Ablagerung von Gedächtnisinhalten. Bezüglich des Abruf bereits gespeicherter Information angeht, ist die Hirnebene weniger konsistent beschrieben. Dies liegt daran, daß insbesondere die beiden folgenden zentralen Fragen noch unbeantwortet sind: (a) Sind anterograde und retrograde Amnesien grundsätzlich Konsequenz derselben Hirnschädigungen (immer oder manchmal)? (b) Lassen sich anterograde und retrograde Amnesien funktioneller (psychogener) Natur und organischer Natur auf dieselben Änderungen der gleichen neuralen Ebene zurückführen? Die psychologische Fragestellung ist dabei, ob sich organische oder psychogene/funktionelle Amnesien hinsichtlich zeitlicher Gradienten in der Altgedächtnisleistung und inhaltlicher Defizite unterscheiden. Verbunden mit dieser Frage ist die nach dem Zusammenhang von Gedächtnis und Emotion (z.B. Adolphs et al., 1994; Damasio, 1995; Kessler et al., 1997; Markowitsch et al., 1998, 1999a, b, 2000). Primärer Forschungsgegenstand dieser Untersuchung stellen insbesondere der Abruf von Informationen aus dem Altgedächtnis und die Bedeutung emotional-affektiver Tönungen für Abrufleistungen dar. Die erwarteten Ergebnisse sollen somit Hypothesen über Struktur-Funktions-Zusammenhänge festigen oder falsifizieren. In einem ersten Schritt mußten bestehende modelltheoretische Annahmen für das Projekt in ein Basismodell integriert werden, um eine dem aktuellen Erkenntnisstand angemessene Operationalisierung der Fragestellung zu gewährleisten. Hierfür werden zur Patiententestung Verfahren für die neuropsychologische Diagnostik im Altgedächtnis-, Neugedächtnis- und Affektbereich entwickelt und/oder bearbeitet. Die überarbeiteten und neu entwickelten Verfahren werden in einem nächsten Schritt an gesunden Kontrollpersonen validiert und bei drei verschiedenen Patientengruppen eingesetzt. Diese setzen sich zusammen aus:
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Literatur: Adolphs R, Tranel
D, Damasio H, Damasio A. Impaired recognition of emotion in facial expressions
following bilateral damage to the human amygdala. Nature (1994) 372,
669-672. |
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