Promotionsprojekt im GK Verhaltensstrategien und Verhaltensoptimierung

Einfluss der Reproduktion auf das Immunsystem bei Hausmeerschweinchen- Weibchen (Cavia aperea f. porcellus)


Manuela Jäckel

 

Fortpflanzung ist eine enorm energie- und zeitaufwendige Aktivität im Lebenslauf besonders von Weibchen. Da Ressourcen begrenzt sind oder zumindest im Stoffwechsel nur begrenzt verarbeitet werden können, führt der Einsatz von Ressourcen für die Fortpflanzung dazu, dass an anderer Stelle weniger Ressourcen eingesetztwerden können, d.h. es erfolgt ein trade-off. Ein Tier muss deshalb Ressourcen allozieren, d.h. Entscheidungen treffen, welche Ressourcen für welche Funktion eingesetzt werden. Deshalb werden "Kosten der Fortpflanzung" als Folge des postulierten trade-off bei limitierten Ressourcen theoretisch gefordert. Die Mechanismen, die zu einem solchen trade-off führen, sind aber bisher nicht genügend charakterisiert. Zunehmend wird in diesem Zusammenhang auch eine verringerte Immunkompetenz als Folge hoher Stoffwechselbelastung durch die Fortpflanzung postuliert, die dann zu größerer Anfälligkeit gegenüber Parasiten und Krankheiten führen könnte. Unsere Untersuchungen am Hausmeerschweinchen sollen klären, wieweit Fortpflanzungsaufwand in der Trächtigkeit und Laktation (als wichtigen Abschnitten in einer Lebenslaufstrategie) mittel- oder langfristige Effekte auf das Immunsystem mit sich bringt.