Doktorand am Lehrstuhl für Fermentationstechnik

Jakob M. Müller

Jakob M. Müller



Tel +49 (0)5 21 - 106-5299 (Büro)
Fax +49 (0)5 21 - 106-6475 (Sekretariat)


Email: jmu@fermtech.techfak.uni-bielefeld.de
Wissenschaftlicher Werdegang:

6/2005 Allgemeine Hochschulreife am Erasmus-Widmann-Gymnasium in Schwäbisch Hall
10/2006-9/2009 Bachelor of Science der Molekularen Biotechnologie an der Universität Bielefeld
10/2009-3/2012 Master of Science der Molekularen Biotechnologie an der Universität Bielefeld

Spezialisierungen mit praktischer Vertiefung:
- Fermentationstechnik
- Biokatalyse
- Zellkulturtechnik
- Proteinreinigung
8/2010-12/2010 Auslandssemester an der KTH Stockholm, Schweden
4/2011-3/2012 Masterarbeit in der AG Fermentationstechnik zum Thema "Etablierung von Satz- und Zulaufverfahren zur Gewinnung von Streptavidin mit Streptomyces avidinii"
4/2012-6/2012 Wissenschaftlicher Projektassistent am Institut für Innovationstransfer (IIT, Fachbereich BIEKUBA) an der Universität Bielefeld zur Bearbeitung einer filtrativen Fragestellung
seit 6/2012 Doktorand in der AG Fermentationstechnik im Rahmen eines Promotionsstipendiums der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Forschungsgebiet:

Streptavidin ist ein Protein aus den Bakterien Streptomyces avidinii und Streptomyces lavendulae. Es bindet hochaffin Biotin (Vitamin H). Aufgrund der außergewöhnlichen Bindeeigenschaften ist es von großer Relevanz für ein breites molekulares Methodenspektrum und findet z.B. Anwendung in der Proteinreinigung, der Genomsequenzierung und der molekularen Diagnostik. Die Nutzung der Biotin-Streptavidin-Wechselwirkung ermöglicht beispielsweise in vielen Fällen den Ersatz radioaktiver Nachweismethoden durch den Einsatz von Fluoreszenzmarkern.

Die Produktion und Reinigung des Proteins weisen jedoch eklatante Mängel auf, was zu einem hohen Marktpreis von Streptavidin führt. Momentane Produktionsprozesse führen zu verhältnismäßig geringen Produktkonzentrationen. Dies liegt darin begründet, dass der Biomasseaufwuchs der Ursprungsorganismen aufgrund ihrer pilzartigen Morphologie sehr langsam erfolgt, was die Prozesslaufzeit negativ beeinflusst. Heterologe Expressionssysteme werden hingegen stark durch die Toxizität des Proteins bei intrazellulärer Akkumulation limitiert. Dahingegen beruht das gängige Reinigungsverfahren, die Affinitätschromatographie an Iminobiotin, auf einem sehr kostspieligen Reinigungsmaterial.

Mit diesem Promotionsprojekt sollen daher Organismen erzeugt und Verfahren entwickelt werden, die Lösungsansätze für beide Probleme in Aussicht stellen.

 
Kugelmycel von Streptomyces avidinii in Suspensionskultur, 100x vergrößert