Streptavidin ist ein Protein
aus den Bakterien
Streptomyces avidinii und
Streptomyces lavendulae. Es
bindet hochaffin Biotin (Vitamin H). Aufgrund der außergewöhnlichen
Bindeeigenschaften ist es von großer Relevanz für ein breites
molekulares Methodenspektrum und findet z.B. Anwendung in der
Proteinreinigung, der Genomsequenzierung und der molekularen
Diagnostik. Die Nutzung der Biotin-Streptavidin-Wechselwirkung
ermöglicht beispielsweise in vielen Fällen den Ersatz radioaktiver
Nachweismethoden durch den Einsatz von Fluoreszenzmarkern.
Die
Produktion und Reinigung des Proteins weisen jedoch eklatante Mängel
auf, was zu einem hohen Marktpreis von Streptavidin führt.
Momentane Produktionsprozesse führen zu verhältnismäßig geringen
Produktkonzentrationen. Dies liegt darin begründet, dass der
Biomasseaufwuchs der Ursprungsorganismen aufgrund ihrer pilzartigen
Morphologie sehr langsam erfolgt, was die Prozesslaufzeit negativ
beeinflusst. Heterologe Expressionssysteme werden hingegen stark durch
die Toxizität des Proteins bei intrazellulärer Akkumulation limitiert.
Dahingegen beruht das gängige Reinigungsverfahren, die Affinitätschromatographie
an Iminobiotin, auf einem sehr kostspieligen Reinigungsmaterial.
Mit diesem Promotionsprojekt sollen daher Organismen erzeugt und
Verfahren entwickelt werden, die Lösungsansätze für beide Probleme in
Aussicht stellen.
Kugelmycel von
Streptomyces avidinii in Suspensionskultur, 100x vergrößert