Studiengänge, die Bioinformatiker heranbilden, kann man heute noch an
einer Hand abzählen. Die Universität Bielefeld kann hier eine gewisse
Pionierrolle beanspruchen, da der bereits 1989 etablierte Studiengang
"Naturwissenschaftliche Informatik"
seit 1995 einen kleinen,
aber begehrten Strom von Absolventen [1] mit dem obigen Qualifikationsprofil hervorbringt.
Die Universität von Pennsylvania hat 1994 ein gemeinsames PhD-Programm
der Biology und Computer-Science Departments eingerichtet. Boston
University bereitet ein Bioinformatik-Programm vor, das 1998 anlaufen soll.
Universitäten in London, Nottingham und Manchester
haben vor kurzem ein M.S.-Programm in Bioinformatik etabliert. Einzelne
Kurse zur interdisziplinären Spezialisierung von Biologen und
Informatikern gibt es an zahlreichen US-amerikanischen Universitäten, in
Europa z. B. an den Universitäten Stockholm und
Bergen, in Utrecht, Dublin und München (LMU), sowie am Pasteur-Institut
in Paris und am Humangenom-Zentrum in Hinxton, UK.
Mehr Informationen zu den hier genannten Kursen
Wem kein lokales
Ausbildungsangebot in der Bioinformatik zugänglich ist, der sollte
sich im Internet umsehen. Die ohnehin netzbasiert arbeitende
Bioinformatik spielt nämlich auch eine wichtige Rolle bei der
Entwicklung interaktiver, netz-basierter Lehr- und Lernformen.
Das Birbeck College der Universität London bietet Kurse zur
Proteinstrukturanalyse gegen Entgelt an. Die Biocomputing Division
der Virtual School of Natural Sciences bietet seit 1995
Bioinformatik-Kurse im Internet an. Für deren Besuch wird zwar
keine Gebühr erhoben, aber es wird erwartet, daß die
Teilnehmer je nach spezifischer Qualifikation sich an der
Weiterentwicklung des Lehrmaterials beteiligen.
Eine Vielfalt von
Lehrmaterial
ist hier in weltweiter Kooperation entstanden..
[1] M. Strobl: Germany on the trail of the Americans, NATURE 389:421, 1997