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Übersicht zu den Netzwerkdiensten
Die RBG betreibt das Rechnernetz der Technischen Fakultät.
Unser Netzwerk leistet weit mehr als nur einen Zugang zum Internet
herzustellen: Es verbindet die Arbeitsplatzgeräte untereinander und mit
den übrigen IT-Diensten der Technischen Fakultät. Es stellt sicher,
daß die Endgeräte mit dem bestmöglichen Datendurchsatz über
Gigabit-Dosen versorgt werden. Und es realisiert eine zusätzliche
Sicherheitsschicht, damit Daten nicht absichtlich oder unabsichtlich
in die Hände von Unbefugten gelangen.
Auf dieser Seite motivieren wir den Aufbau des TechFak-Netzes.
In einem Einbruchsszenario diskutieren wir einen potentiellen Angriff von
einem Studentenrechner auf einen Arbeitsplatzrechner einer Arbeitsgruppe.
Damit wollen wir nicht ausdrücken,
daß wir unseren Studierenden mißtrauen; tatsächlich gehen die meisten Studierenden
sehr kompetent und verantwortungsvoll mit unserer Infrastruktur um.
Leider haben wir aber auch schon einige schwarze Schafe erwischt, weshalb
das unten beschriebene Szenario ernstgenommen werden muß und entsprechende
Maßnahmen auf der Netzwerkebene erforderlich sind.
Der Aufbau eines normalen Netzwerkes (den wir nicht verwenden)

Abb.1: Flächenförmiges Netzwerk |
Die nebenstehende Abbildung zeigt ein typisches flächenförmiges
Netzwerk. Fast alle Heim-Netzwerke und auch das Windows-Netz des HRZ
sind nach diesem Prinzip aufgebaut.
In diesem Netzwerk können alle Komponenten untereinander
kommunizieren. So gibt es beispielsweise in diesem Netzwerk
einen Rechner im GZI (grün), der Studierenden zur Verfügung steht, und einen
weiteren Rechner, der als Arbeitsplatz in einer Arbeitsgruppe steht (blau).
Außerdem werden bestimmte Ressourcen wie der Dateiserver zwischen
verschiedenen Benutzergruppen geteilt. In diesem Fall liegen die
Homeverzeichnisse der Studierenden
und der Arbeitsgruppen-Mitarbeiter auf einem zentralen Dateiserver (unten).
Das bedeutet anschaulich, daß Dokumente der Studierenden und der AG-Mitarbeiter
auf der selben Festplatte liegen.
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Potentielle Schwachstellen im flachen Netzwerk

Abb.2: Schwachstellen im flächenförmigen Netzwerk |
Das flächenförmige Netzwerk funktioniert gut, solange sich die
Benutzer kooperativ verhalten. Es bietet jedoch Angriffspunkte, die
von geschickten Anwendern ausgenutzt werden können:
- Alle Rechner sind über das Netzwerk miteinander verbunden. Weist
der Rechner des AG-Mitarbeiters eine Sicherheitslücke auf, kann diese
direkt von dem Studenten-Rechner ausgenutzt werden. Auf diese Weise
kann sich der Student Zugriff auf das "blaue" Dokument des Mitarbeiters
verschaffen.
- Die Daten verschiedener Benutzergruppen liegen auf dem gleichen Dateiserver.
Durch Unachtsamkeit des AG-Mitarbeiters (z.B. indem er auf seine Dateien
falsche Zugriffsrechte vergibt) kann sich der Student über den
Dateiserver ebenfalls Zugriff auf das "blaue" Dokument verschaffen.
Ebenso ist es natürlich möglich, daß Schwachstellen im Dateiserver-Betriebssystem
unerlaubte Zugriffe auf fremde Daten ermöglichen.
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Aufbau des TechFak-Netzwerks

Abb.3: Aufbau des TechFak-Netzes |
Das TechFak-Netzwerk sieht verschiedene Nutzergruppen vor,
die jeweils eigene Netzwerkbereiche und Dateiserver erhalten.
Ein typisches Beispiel sind die Arbeitsgruppen der TechFak und die
Gruppe der Studierenden, die jeweils einen abgeschotteten
Netzwerkbereich sowie einen eigenen Dateiserver bekommen.
Damit scheitert der in Abb. 2 beschriebene Angriff bereits an dem
Netzwerkaufbau:
- Es kann keine direkte Verbindung zwischen dem Studentenrechner
und dem Rechner des AG-Mitarbeiters aufgebaut werden. Selbst wenn
der Rechner des AG-Mitarbeiters eine Schwachstelle hätte,
könnte sie mangels Zugriffsmöglichkeit über das Netz nicht ausgenutzt werden.
- Die Daten des AG-Mitarbeiters liegen auf einem eigenen Dateiserver
außerhalb der Reichweite des Studentenrechners (vorher lagen sie
ggf. auf der gleichen Festplatte!). Selbst wenn der AG-Mitarbeiter
seine Daten versehentlich ungeschützt ablegen würde, wären sie so
vor einem Zugriff aus den Studentenpools geschützt.
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Weitere Vorteile des dezentralen Aufbaus sind:
- Mehrere kleine Dateiserver bieten höheren Datendurchsatz.
Jede Arbeitsgruppe kann die volle Datenbandbreite ihres eigenen Dateiservers nutzen.
Es wird verhindert, daß sich verschiedene Nutzergruppen gegenseitig
"das Wasser abgraben": Wenn zu viele Nutzer auf den gleichen Server zugreifen,
hat das den gleichen Effekt, wie wenn Sie zu Hause mehrere Programme gleichzeitig
starten - die Festplatte wird quälend langsam.
- Da viel Netzwerkverkehr innerhalb der Teilnetze stattfindet, müssen weniger
Informationen über weite Strecken transportiert werden. Resultat: Wir können fast
überall 1-GBit-Anschlüsse anbieten und diese auch auslasten (im HRZ-Netz gibt es
typischerweise nur 100MBit).
- Der Ausfall eines kleineren Dateiservers ist leichter zu beheben als der
einer großen zentralen Komponente, da weniger Daten zu rekonstruieren sind.
- Die Granularität der Rechtevergabe ist so flexibel, daß Kooperationen zwischen
Arbeitsgruppen nicht behindert werden. Es ist problemlos möglich, den Angehörigen
mehrerer Arbeitsgruppen den Zugriff auf gemeinsame Daten zu erlauben, während der
Schutz der Daten vor dem Zugriff Unbefugter erhalten bleibt.
- Netzwerkstörungen können sich nicht so stark ausbreiten. Falls ein
Arbeitsplatzrechner das Netzwerk stört (oder zum Beispiel von einer Schadsoftware
befallen wird), ist nur die entsprechende Arbeitsgruppe betroffen. Eine
Ausbreitung der Störung über die gesamte TechFak wird verhindert.
Allerdings bereitet der Betrieb der dezentralen Infrastruktur erheblich mehr
administrativen Aufwand:
Momentan betreibt die RBG ein Dutzend Dateiserver und ca. 40
Teilnetze um das TechFak-Netz zu realisieren. Das bindet natürlich mehr
personelle Ressourcen als ein zentrales flächenförmiges Netz, zahlt sich durch die höhere Sicherheit und Leistung aber aus.
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