Universität Bielefeld - Technische Fakultät - AG Wissensbasierte Systeme


Lilog

Teilprojekt Wissensstrukturierung (1989-1991)

Linguistische und logische Methoden zum maschinellen Verstehen des Deutschen
Linguistic and Logic Methods for the Machine Understanding of German


Übersicht

Das LILOG-Projekt wurde in Zusammenarbeit von IBM Deutschland/Stuttgart und den Universitäten Hamburg, Osnabrück, Saarbrücken, Stuttgart und Trier durchgeführt. Der LILOG-Arbeitsbereich an der Universität Bielefeld kam im Januar 1989 hinzu und lief mit dem Abschluß des Gesamtprojekts Ende 1991 aus. Die Drittmittelfinanzierung wurde insgesamt von IBM Deutschland übernommen. Die Arbeiten in Bielefeld betrafen die Aufgabengebiete Knowledge Engineering und Wissensstrukturierung. In Zusammenarbeit der beteiligten Partner wurde ein textverstehendes System entwickelt, die LILOG-Experimentier-Umgebung LEU/2. Auf Basis eines sortenlogischen Formalismus repräsentiert ("versteht") das System ansatzweise den Sinngehalt deutschsprachiger touristischer Texte und beantwortet Fragen über die enthaltene Information.

Arbeiten im Teilprojekt Wissensstrukturierung

Das Bielefelder LILOG-Team war an der Entwicklung der Ontologie und des Regelinventars für das LILOG-System beteiligt. Das Design der Ontologie stand unter dem Stichwort Modularisierung und berücksichtigt relativ eigenständige Konzeptbereiche (ontologische Cluster). Mehr noch als für die Ontologie sind für die Axiomatik des Systems modulare Ansätze wichtig, die sich auf die inkrementelle Erfassung möglichst weitgehend in sich abgeschlossener "Cluster" von Bereichswissen richten und die modulare Erweiterung der Wissensbasen unterstützen. Ein größerer Teil des entwickelten Regelinventars für das LILOG-System dient dazu, implizite Textzusammenhänge für das System verfügbar zu machen. Mit einer Vielzahl von bereichsspezifischen Axiomen können so bei der Wissensverarbeitung auch Zusammenhänge, die sich nicht aus den ontologischen Beziehungen ergeben, inferentiell erschlossen werden. Die ausgearbeiteten Ansätze sind in [1] und [2] dokumentiert. Nach Fertigstellung des LEU/2-Systems wurden verschiedene Experimente durchgeführt. Insbesondere wurde die Faktenbasis gezielt durch das Einlesen und Verarbeiten neuer Texte erweitert und eine Systemerweiterung vorgenommen, durch die sich neue Wissenspakete einzeln der Wissensbasis hinzufügen und separat auf Konsistenz testen lassen. Weiter wurde untersucht, inwieweit assoziative Verfahren für den Zugriff inhaltlich abgegrenzter Teilbereiche der Wissensbasis genutzt werden können (Fokussteuerung). Dazu wurden 120 touristische Kurztexte aus den Bereichen "Restaurants", "Sehenswürdigkeiten", "Verkehr" im Hinblick auf die Indikativität von Inhaltswörtern ausgewertet und die Frage untersucht, inwieweit Triggerungen durch charakteristische Wortkonstellationen möglich sind. Zur Realisierung einer Fokussteuerung wurden Experimente mit einem subsymbolischen Klassifizierungsmodul (künstliches neuronales Netz) durchgeführt, welches Texte und Anfragen Teilbereichen einer strukturierten Wissensbasis durch eine Verzahnung symbolischer und subsymbolischer Prozesse thematisch zuordnet; Ergebnisse sind in [3] dokumentiert.

Projekt-Team

Prof. Dr. Ipke Wachsmuth
Barbara Gängler, Wiss. Mitarbeiterin
Marianne Greten, stud. Hilfskraft
Thomas Linke, stud. Hilfskraft

Publikationen

[1] Wachsmuth, I. & Gängler, B. (1991). Knowledge Packets and Knowledge Packet Structures. In O. Herzog & C.-R.Rollinger (eds.): Text Understanding in LILOG: Integrating Computational Linguistics and Artificial Intelligence (pp. 380-393). Berlin Heidelberg New York: Springer (Lecture Notes in Artificial Intelligence 546). [download; pdf]

[2] Gängler, B., Wachsmuth, I. (1992). Antwortgenerierung, flexible Wortwahl und elaborative Inferenzen - ein Regelinventar für LEU/2. In G. Klose, E. Lang & Th. Pirlein (Hg.): Ontologie und Axiomatik von LILOG (pp. 179-195). Berlin Heidelberg: Springer (IFB 307).

[3] Gängler, B., Greten, M., Linke, T. & Wachsmuth, I. (1992). Assoziative Zuordnung und Suche von Wissen in einer thematisch strukturierten Wissensbasis. Universität Bielefeld, Technische Fakultät: MOSYS Report Nr. 11 (Ausarbeitung des Referats auf der 3. Fachtagung der Sektion für Computerlinguistik der DGfS, 11.-13. März 1991). [download; pdf]

LEU/2-Demonstrationen an der Universität Bielefeld

21.10.91:
Demonstration vor Fachkollegen der Linguistik- und der Technischen Fakultät

30.1.92:
Demonstration zur Eröffnung der Labors Informationstechnik, Technische Fakultät
Teilnehmer: Rektorat und Dezernatsleiter; Wissenschaftsministerium NRW

4.2.92:
Demonstration im Rahmen der Vorlesung "Methoden der Künstlichen Intelligenz"

10.3.92:
Demonstration anläßlich des Besuchs Prof. Dr. Theo Hermann, Univ. Mannheim

23.4.92:
Demonstration für Journalisten und Volontäre der Lokalpresse (ca. 35 Teilnehmer)

22.5.92:
Demonstration im Seminar "Probleme der maschinellen Sprachverarbeitung"
Aspekte: Lexikon und Ontologie

30.6.92:
Demonstrationen zum Tag der offenen Tür, Technische Fakultät

6.7.92:
Demonstration bei Begehung der Labors der Abt. Informationstechnik
Teilnehmer aus Wissenschaftsministerium NRW und Geschäftsführung LKI Hamburg


Ipke Wachsmuth, last updated 2000-09-04